Wie geht´s am besten zum langfristigen Gipfelerfolg? Marketing und Werbung auf Bergtour

MOUNT MEL Fachbeitrag in der ISR 4/2017 

Persönlich bringt mich ja nichts viel mehr auf den Gipfel, als wenn „Marketing“ und „Werbung“ in einen Topf geschmissen werden – denn das sind definitiv zwei unterschiedliche Disziplinen bzw. auch Ebenen. So etwa wie Sport und Bergsteigen.

Werbung oder auch korrekter Kommunikation = „Promotion“ ist ein Teil des Marketing-Mix – wenn auch selbstverständlich ein sehr Wichtiger (aber eben nur eine Sportart). Der gesamte Marketing-Mix besteht nach heutigem Verständnis bei Dienstleistungen wie Skigebieten zumeist aus 7 P´s: Product (Produkt), Promotion (Kommunikation), Price (Preis) Placement (Distribution), aber auch Personnel (Personal), Physical Evidence (Ausstattung) und Process (Prozess).

Marketing selbst wird definiert als die marktorientierte Führung eines Unternehmens, d.h. es geht um viel mehr als nur “Werbung“ sondern die konsequente Ausrichtung des gesamten Unternehmens auf Markterfordernisse und Kunden. Das heißt zB um die Entwicklung passender und begeisternden Produkte bzw. Angebote, eine passende Preispolitik, die Ausstattung des Skigebietes oder das Personal – schlussendlich um alle Berührungspunkte, an denen der Gast mit dem Unternehmen / Marke in Berührung kommt. Im strategischen Marketing wird aufbauend auf die Marke vor allem die Frage nach langfristigen Erfolgspotentialen und Konkurrenzvorteilen sowie deren Planung und Aufbereitung behandelt; die Grundlage für eine effiziente Kommunikation (oder Werbung). Aufgabe der Kommunikation ist es, die Kunden über das eigene Angebot zu informieren und die Kaufentscheidung über die verschiedenen Kommunikationskanäle wie zB Print, PR, Online … positiv zu beeinflussen.

Die Bergtour von Marketing & Werbung – eine symbolhafte Geschichte

Das Marketing bereitet sich gründlich und umfassend auf die Bergtour vor. Sowohl seine eigene Person hinsichtlich möglicher Stärken / Schwächen (zB gute Ausdauer – und trainiert diese!), als auch hinsichtlich des Umfelds, Chancen und Risiken (zB Art der Tour, Schwierigkeitsgrad, Wetter…, optimiert daraufhin sein Produkt und testet die dazu nötige Ausrüstung wie zB Kartenmaterial, Steigeisen und adäquate Bergschuhe). Die Werbung denkt sich – „passt scho“-hab eh die neuesten Trail-Running Schuhe und super Funktionsbekleidung, da renn ich mal fix hoch.“ Die ersten Kunden folgen der attraktiven und dynamischen Werbung sofort. Beide kommen am ersten Gipfel an. Das Marketing mit viel Erfahrung, etwas nach der Werbung, aber bei guter Verfassung und mit guten Voraussetzungen für den nächsten, höheren Gipfel. Die Werbung hat Blasen an den Füßen und ist bereits ganz schön ausgepowert. Auf dem Weg zum nächsten Gipfel kommt die Werbung ohne hochalpine Ausrüstung an ihre Grenzen, die Kunden geben sogar enttäuscht auf.

Die Botschaft der Bergtour

Werbung ohne strategische Marketingplanung geht kurzfristig gut. Langfristig aber muss vor allem das Produkt bzw. die Leistung überzeugen. Ein zur Marke passendes & begeisterndes Produkt macht auch die Werbung nachhaltiger und kostengünstiger. Oder umgekehrt formuliert: Werbung für ein schlechtes Produkt ist langfristig wie Geld aus dem Fenster zu werfen…

Meine Empfehlung:

Beschäftigen Sie sich zuerst professionell mit strategischem Marketing –  ihren eigenen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken und investieren Sie darauf aufbauend in ein zu ihrer Zielgruppe und Ihrem Unternehmen passendes, begeisterndes und möglichst einzigartiges Angebot. Das zahlt auf ihre Marke ein und erleichtert auch die Bewerbung ungemein!